Regie: Arne Feldhusen
Buch: Ralf Husmann
Erstaufführung: 04.12.2025

(Achtung, kann kleinere Spoiler enthalten.)
Ich war sehr, sehr neugierig auf diesen Film – teils ängstlich, teils optimistisch. Als durchaus Fan der Serie, die ich bereits viel zu oft gesehen habe, stellt sich durchaus die Frage: Muss das? Kann das noch funktionieren, vor allem nach dem ersten Kinofilm, der seine Hauptfigur gegen Ende ja durchaus in wilde Sphären schickte? Wie kann man als Autor denn bitte da ansetzen, ist das nicht final auserzählt?
Die Hoffnung stieg, als ich erfuhr, dass Autor und Mastermind Ralf Husmann wieder das Buch schreibt – ich habe inzwischen viel von ihm gesehen, und halte ihn für einen der pfiffigsten Drehbuchautoren, die wir aktuell in Deutschland haben.
Ich habe mir den Film angesehen, ohne vorher viel im Internet zu lesen. Tatsächlich finde ich es durchaus spannend, wie unterschiedlich dieser Film gesehen und beurteilt wird, und dachte, ich gebe daher auch mal meinen Senf dazu.
Grundsätzlich stehe ich so „Legacy-Sequels“, die man heute so schön sagt, eher skeptisch bis ablehnend gegenüber. Oft genug ist es ein billiger Cashgrab von Leuten, die noch mal in altem Ruhm baden und einen netten Scheck kassieren wollen. (Und oft genug auch, weil andere Sachen, die sie machen, nicht so ganz funktioniert haben. Looking at you, Bully.)
Haben wir hier also so ein Nostalgie-Vollbad, das eigentlich nichts neues erzählen will? Oder erzählen kann? Nein, und das ist auch verdammt richtig so! Wird das einen Teil des Publikums vor den Kopf stoßen? Ja, und das ist auch verdammt richtig so!
Deconstructing Bernd
Hab schon öfter in Kommentaren auf YouTube oder Instagram gesehen, dass einige Leute meinen, der Film habe die Figur Stromberg zerstört und das nun selbst die Serie für sie einen Beigeschmack habe. Da frage ich mich, welche Serie diese Leute gesehen haben. Die Figur ist nur konsequent, wenn auch drastisch, weiter erzählt. Nein, die Figuren – denn es ist nicht nur Stromberg, der hier in eine Existenzkrise geschubst wird. Die schon immer fragile Beziehung von Tanja und Ulf bekommt Risse – sie ist so dysfunktional wie eigentlich schon immer in der Serie. Ulf und Tanja sind sehr unterschiedliche Menschen. Und ja – schaut die Serie noch mal komplett, und ihr werdet merken, dass Tanja viel besser zur „Kreissparkassenfresse“ Lars Lehnhoff passen würde. Die Entwicklung ist nur konsequent. Wenn Lehnhoff nicht im Status Quo der Serie verheiratet gewesen wäre, hätten die vielleicht zueinander gefunden.
Oft kritisiert wird auch der „Amoklauf“ im letzten Akt von Stromberg, als zu viel und zu überzeichnet. Mir blieb hier und da auch der Mund offen und ich dachte: Wow, das erzählt ihr jetzt nicht wirklich? Ich kann ein Stück nachvollziehen, dass es für Leute, die meinen, sie gehen in eine Komödie, mitunter etwas zu viel griechisches Drama ist – das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Aber: Auch das ist schon immer Kern der Serie. Es gibt so viele Momente in der Serie, wo ich immer wieder hart schlucken muss: Der Tod von Erika. Der Suizidversuch von Ernie. Diese ganze Schiffskasko-Folge („Wir sind Trüffel!“). Jennifer verliert das ungeborene Kind, die auf dem Parkplatz liegende Hauszeichnung. Uff!
Und solche Uff-Momente gibt es auch genug im Film. Alles genau richtig so, wenn es nach mir geht. Hier denke ich oft, dass viele Leute diese „Best-Of“-Schnipselsammlungen auf YouTube kennen und nie die Serie wirklich gesehen haben. Eh so eine Plage dieser Zeit, die Verschnipselung von Kultur, Politik, allem. Kontext ist immer wichtig. Diese TikTokisierung der Gesellschaft führt zu nichts Gutem. (Kleiner kulturpessimistischer Exkurs, man möge mir verzeihen.)
Man erinnere sich zum Beispiel auch an die Szene, als Stromberg erfährt, dass er doch nicht die Gesamtleitung übernimmt und er mit einem Golfschläger schreiend sein Büro zerlegt. Was im Film passiert, ist konsequent, er ist komplett in die Ecke gedrängt, fast dekonstruiert. Er ist eh geschieden, der Beziehungsversuch mit „Schirmchen“ ist auch mit Anlauf krachend gescheitert (und hat sicherlich auch traumatische Spuren hinterlassen, Stichwort Wikingersperma), er hat außerhalb der Capitol-Welt keine Freundschaften (augenscheinlich), auf dieser neuen Arbeit ist er nur der belächelte Depp UND er wird auf eine demütigende Art gefeuert (Stichwort Lichtschalter). Nicht nur das – vor den Augen seiner „alten Clique“, der absolute Gesichtsverlust, der zudem auch seine erneute Lüge, fast schon Lebenslüge, aufdeckt. Wenige Minuten zuvor gibt er noch gewohnt großkotzig mit seinem schicken Büro an, einmal Scheinriese, immer Scheinriese. Wann soll ein Mensch „ausklinken“, wenn nicht in einer solchen Situation? Noch dazu ein so wenig selbstreflektierter Mensch wie er. Seine mangelnde Impulskontrolle hat er schon in der Serie zu genüge unter Beweis gestellt. Insofern: Absolut stimmig. Radikal, mutig, kontrovers? Ja, durchaus.
Stromberg war nie der „Held“ der Serie. Offenbar verstehen es Teile des Publikums erst jetzt. Was ich tatsächlich etwas erschreckend finde.
Grundsätzlich kann man sagen, dass es mich immer wieder erstaunt, viele Menschen Serien wie eben Stromberg oder auch „Ein Herz und eine Seele“ grundsätzlich missverstehen. Die funktionieren eben deshalb, weil es immer eine Art satirische Meta-Ebene gibt. Interessanterweise spiegelt sich die Geschichte ein Stück weit: In den 70ern gab es ganz ähnliche Diskussionen zur Figur von Alfred Tetzlaff wie heute zu Bernd Stromberg. Es sind keine Sprachrohre der Autoren, es sind Demontagen des deutschen Spießers. Wer ernsthaft denkt, dass Wolfgang Menge das Mindset von Alfred Tetzlaff hat, irrt gewaltig. Man könnte vielleicht sagen: Husmann ist der Menge der Neuzeit.
Schuld und Sühne in der Capitol
Werfen wir noch einen Blick auf den Rest der Figuren. Was tatsächlich auffällt: Der einzige, der sich wirklich weiterentwickelt hat und mit sich selbst im Reinen ist, ist ausgerechnet Witzfigur und Mobbingopfer „Ernie“ Heisterkamp. Ha! Alle anderen haben die gleichen Probleme mit der Welt und sich selber wie „früher“, sind verbittert, wiederholen alte Muster und fangen an zu saufen (Schirmchen) oder hängen in einer trostlosen, sinnentleerten Beziehung und einer trostlosen, sinnentleerten beruflichen Sackgasse fest (Ulf und Tanja). Welch bittersüße Ironie.
Oft kritisiert wird auch die einzige neue Hauptfigur, der „content creator“ Julian Gilsmeyer, der mit Jennifer liiert ist. Ja, er ist nervig, aber das muss er auch, das ist seine dramaturgische Aufgabe. Deutlich jünger als Jennifer, immer mit freshen Anglizismen und Livestreams am Start. Im Laufe des Films realisiert Jennifer, dass sie hier ein Muster wiederholt. Es gibt einen wunderbaren „Interviewschnipsel“ in der Serie mit ihr, in dem sie von ihrem Vater, dem „Gefühls-Legastheniker“, erzählt, der ihr zu Geldgeschenken ganz kleine Zeichnungen schenkt.
Ja, Julian ist eine Art Gen-Z-Stromberg. Egomanisch, auf den eigenen Vorteil bedacht, opportunistisch, selbstverliebt, karrieregeil. Soziale Bindungen sind nur dazu da, die eigene Situation zu verbessern, hier konkret: eine „hotte MILF“ für die Klicks im Internet vor der Kamera zu haben. Alles ist Kalkül und Selbstinszenierung. Um es mit Strombergs Worten zu sagen: „Heute kriegt der größte Affe die geilste Schnalle“.
Jennifer hat „zufällig“ kleine Schnapsflaschen in der Handtasche, als sie realisiert, dass sie wieder auf den größten Affen reingefallen ist. Da kneift die hautenge Kunstlederbuxe noch mal ganz anders.
Die clevere Ironie des Films: Der „Boomer-Stromberg“ hilft unfreiwillig dem „Gen-Z-Stromberg“, Aufmerksamkeit und Follower zu erreichen. Lehre: Die Strombergs wird es immer geben, und sie fallen immer wieder auf die Füße, und wenn sie über Leichen gehen. (Was auch ein cleverer Wink ans aktuelle Weltgeschehen ist. Trump beispielsweise ist in der Hinsicht auch nur ein mentaler Stromberg. Ein Scheinriese, der sich durchs Leben lügt.)
Ulf und Tanja, das „Traumpaar“ der Capitol? Waren sie nie und werden sie nie sein. Die Beziehung ist seit Beginn ein einziger Krisenherd. Man erinnere sich: Der erste Heiratsantrag von Ulf wird von Tanja beantwortet: „Reicht dir auch ein Vielleicht?“ Die Hochzeitsreise endet vorzeitig, wegen der Capitol. Ulf stellt schon da direkt die Ehe in Frage. Und dennoch sind sie immer noch zusammen.
Eigentlich passen sie von Anfang an nicht zueinander. Was hier im Film nur anerzählt wird – eine mögliche Affäre von Tanja mit Lars Lehnhoff (der Zettel in der Handyhülle), das Ende ihrer „Elternrolle“ für Marvin, ist absolut konsequent. Bitterböse, aber konsequent. Es ist eine absolut entkernte Beziehung, die nur noch irgendwie läuft, von Trott und Gewöhnung zusammengehalten wird. (Hypothese: Es ist eine Art Teaser für Handlungsstränge in der folgenden Serie, die ich für recht wahrscheinlich halte. Szenario: Tanja dreht sich von Ulf, ist dann mit Lars zusammen (der inzwischen geschieden ist). Alle drei arbeiten in einem Büro. Es wird ein Fest. Und so hat man als Autor auch wieder etwas zu erzählen.)
Sehr hübsch ist auch, dass Tanja durch die Worte von Life-Coach-Ernie wachgerüttelt und gleichzeitig getröstet wird. Die Szene, in der sie ihn umarmt, war für mich ein Gänsehautmoment. (Man erinnere sich: In Staffel 2, bevor Tanja mit Ulf zusammenkam, war Ernie auch nicht abgeneigt.) Dass ausgerechnet Ernie eine Art Katalysator für die (vermutete) Trennung oder zumindest Ehekrise dient, ist wunderbar ironisch. Wie das Leben so spielt.
Bullshitbingo: „woke“ und „Zeitgeist“
Auffällig ist in vielen negativen Rezensionen oder Kommentaren die Verwendung dieser Begriffe. „Everything I don’t like is woke“ – dieses Wort wird inzwischen so inflationär gebraucht, dass glaube ich niemand mehr weiß, was das eigentlich sein soll.
Ist Stromberg also „woke“ geworden und deswegen doof und „früher war alles besser“ (eingetragenes Warenzeichen)? Ich denke nicht. Wenn man genau hinschaut, macht sich der Film genauso über übertriebene „Wokeness“ lustig wie über die Leute, die Stromberg als Figur kritiklos „abkulten“ und zitieren. Man erinnere sich: diese Reunion-Show wird gestört durch Demos von beiden Lagern. Sie stehen sich abgezäunt gegenüber – und beide sind auf eine Weise nervig und unerträglich.
„Kann man das heute noch sagen?“ Man beachte: im Film kommentiert eine junge Frau, die beim Sender arbeitet, Ausschnitte aus der Serie auf einem Monitor. Da sind wir wieder bei der TikTokisierung – sie beurteilt Ausschnitte ohne Kontext. Weitergedacht: Die demonstrierenden „Woken“ kennen vermutlich auch nur Schnipsel und beurteilen darauf basierend. Und damit ein Stück weit falsch– eben ohne Kontext.
Die „unwoken“ Stromberg-Fans mit Plastikglatze und Fakebart brubbeln Sätze aus der Serie vor sich hin, reißen sie aus dem Zusammenhang, finden es cool und lustig und „edgy“. Verstecken vielleicht auch ihr persönliches Arschloch-Sein hinter lustigen Zitaten, ohne zu reflektieren oder auf die Wirkung zu achten. (Stichwort: „Marvin ist schwul“, die darauf folgende Eskalation.)
Beide Gruppen sind ein pain in the ass – auf ihre Art. Um es mit Loriot zu sagen: „Das ist fein beobachtet.“ Jeder kriegt hier sein Fett weg. Übrigens: Zu Gewalttätigkeiten kommt es im Film ausschließlich auf der „unwoken“ Seite (Ulf wird über das Absperrgitter gezerrt.)
Ich hasse das Wort „woke“ im Übrigen. Ist auch so ein Bullshit-Wort, dass wir aus den psychotischen USA importiert haben, ursprünglich ein rechter Kampfbegriff. Was ist bitte schlimm daran, „aufgewacht“ zu sein, Probleme und Missstände zu bemerken und auch anzusprechen? Ein soziales Bewusstsein, ein Gewissen zu haben? Früher nannte man das einfach Anstand. Menschenwürde. Humanistisches Weltbild. Wie Goethe vor langer Zeit schrieb: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.“ Was ist los mit einer Gesellschaft, in der „Gutmensch“ in manchen Kreisen ein Schimpfwort ist?
Ich denke, es ist ein grundsätzliches Missverständnis bei der Serie. Als wäre „Wokeness“ vor ein paar Jahren erfunden worden. Schon in den 2000ern, als die Serie lief, war „political correctness“ oder kurz PC, wie man damals sagte, ein gängiger Begriff. Selbst die Mechanik „den film fand ich dof, diese Scheiß poiltical correctness !!! (Kotzsmilie)“ konnte man damals schon beobachten. Man schaue sich auch zeitgenössische Artikel zu „Ein Herz und eine Seele“ an. Auch da – wir reden von den 1970ern – wurde schon gefragt: „Darf man das noch sagen? Noch dazu im Fernsehen!“ Die Serie wird regelmäßig wiederholt und ist komplett und ungeschnitten jederzeit bei YouTube zu schauen, so viel zum Thema „woke Zensur“.
Wie so oft – es kommt auf den Kontext an. Ich persönlich würde mich auch eher dem „woken Lager“ zurechnen, liebe aber Stromberg als Serie, genauso wie Tetzlaff und Heinz Becker. Das ist für mich überhaupt kein Widerspruch.
Insofern: Ist Stromberg woke? Die fiktive Person sicherlich nicht, der Charakter ist wie früher. Ist der Film „woke“? Keine Ahnung, woran man das messen sollte. Ist mir auch so was von egal. Ist er am Puls der Zeit, intelligent, mutig, bitterböse, scheut euch vor Unbequemheiten nicht zurück und nicht zuletzt auch stellenweise sehr lustig? Absolut.
Fazit oder: Die Capitol als Mikrokosmos
Ich finde diesen zweiten Film sogar besser als den ersten Kinofilm, der für mich immer nicht soooo ganz funktionierte. Bisschen kurios ist, dass die Begebenheiten, die dort erzählt werden, bis auf wenige Ausnahmen komplett ignoriert werden. Die Anwesenheit von Schlager-Günni und die Existenz von Marvin, Ziehsohn von Ulf und Tanja, sind die einzigen Beweise, dass es den ersten Film jemals gegeben hat. Ach ja, und der kleine Cameo von dem großartigen Michael Wittenborn als Capitol-Vorstand.
Gerade der dritte Akt des Films – die Capitol-Bordellorgie, der Medienrummel, Stromberg als Widerstandskämpfer gegen „das Kapital“ und die angedeutete Politik-Karriere wird komplett ausgeblendet. Als wäre das ein Fiebertraum von Bernd gewesen – vielleicht war es auch genau das. Das würde tatsächlich zur Person passen, sich selbst in seinen Träumen als eine Art moderner Che Guevara hochzujazzen, dem die Medien und die Massen zu Füßen liegen. Schade, dass das so komplett wegignoriert wurde. Vielleicht gibt es da Szenen, die in der finalen Schnittfassung entfallen sind? (Meine Idee: Er ist Politiker und hält dauernd Müllermilch-Griespudding in die Kamera, es gibt einen Schleichwerbung-/Bestechlichkeits-Skandal und er muss zurücktreten. Wäre eine schöne Hommage an Staffel 5 und herrlich meta.)
In vieler Hinsicht setzt der Film besser direkt an die Serie an als an den ersten Film. Im Prinzip kann man die letzte Folge von Staffel 5 direkt davor sehen und es passt.
Das Ende des Films ist tatsächlich etwas antiklimaktisch – hier wird durchaus auch eine Tür offen gelassen, um daran anzuknüpfen. Ich denke schon, dass eine anschließende neue Serie durchaus als Option vorgesehen ist. Die Welt, in der sie spielen kann, ist nun da. Im Gegensatz zum ersten Film, der damit auch – in der Hinsicht – ein Stück weit korrigiert wurde.
Kommt Ende 2026 die Serie auf Prime? Ich halte es für recht wahrscheinlich. Amazon hat hier schon mitproduziert. Der Hauptcast wieder an Bord und es existiert ein „neues“ Capitol-Büro, das man erzählerisch eingeführt hat. (Der alte Drehort ist auch im Film, das Gebäude sieht so wirklich aus, das ist nicht mehr nutzbar.) Dazu viele im Film angedeutete Entwicklungen und Spannungen, die man dort auserzählen kann.
Schirmchen trennt sich vom Handyaffen, ist wieder Single, hier ist Potenzial für eine neue Story mit Stromberg. Wie geht es eigentlich ihrem Sohn Helge? Der hat hier im Film aufgehört zu existieren. Vielleicht taucht ja auch noch mal ihr erster Mann auf.
Ulf und Tanja lassen sich scheiden, Tanja fängt was mit Lehnhoff an, Ulf muss hilflos im Büro zusehen. Aus Rache und Frust fängt er wieder was mit „Sabbel“ Sabine an und knutscht demonstrativ mit ihr im Büro, um Tanja zu strafen. Außerdem wird er süchtig nach Fußball-Wetten. Er ist genau der Typ dafür. Tanja blüht auf und wird vom starrenden Zombie wieder zur fröhlichen, etwas naiven Tanja von Staffel 1.
Ziehsohn Marvin ist Azubi der Capitol, auch da viel, was man erzählen kann (zack, feste Rolle für Peter Rütten als Ausbilder). Zudem hat man hier mit einer (augenscheinlich?) homosexuellen Figur viele frische erzählerische Möglichkeiten. Was macht eigentlich Jochen von der Capitol Intern (Folge 23)?
Ernie hält einen Vortrag über Mobbing in der Capitol. Vielleicht braucht er wieder Geld, weil sein Buch sich nicht so gut verkauft und fängt dort an? Gegen Ende der Serie gab es auch Tendenzen, ihn die Karriereleiter aufsteigen zu lassen. Warum arbeitet er nicht mehr dort und arbeitet nun als Life Coach und Autor? Da ist auch Geschichte denkbar. Man könnte ihn auch mal zum direkten Vorgesetzten von Stromberg machen, um eine neue Dynamik und Konfliktpotenzial reinzubringen.
Lehnhoff könnte man ausbauen, mit mehr backstory versehen. Selbst die Story um Nicole Rückert könnte man ausbauen. Sie plant Rache an Stromberg, sieht ihn im Fernsehen in dieser Wiedersehens-Show und verkloppt ihre für Stromberg wenig rühmliche Beziehungsgeschichte an die Bild-Zeitung, weil sie Geld braucht und nichts zu verlieren hat?
Frau Prellwitz, die nette polnische Dame aus Finsdorf, arbeitet nach der Schließung der dortigen Zweigstelle nun auch dort im Büro und begrüßt den wiedergekehrten Stromberg mit eisigem Schweigen und intrigiert im Hintergrund.
Selbst die vielen, vielen „Nebencharaktere“ und ihre Beziehungen zueinander sind so stark und interessant, dass man sogar eine ganze Staffel komplett ohne Stromberg als Figur machen könnte. DAS wäre mal ein schönes Experiment. Neue Staffel ankündigen, Stromberg wird direkt in der ersten Folge von der Capitol gekündigt und verschwindet erst mal und arbeitet bei der Helios, der Rest der Staffel dreht sich um die anderen Charaktere in der Capitol. Ich wäre dabei.
Auf jeden Fall viel Potenzial da. Es wäre eine Schande, wenn man das alles nicht nutzt. Und ich bin sicher, dass Husmann noch viele gute Ideen in der Schublade hat. Macht es!

































































